Bauhaus-Museum Weimar, Südostansicht mit Parkterrasse

Architektur und Standort des Bauhaus-Museum Weimar

Die geometrisch klare Architektur von  Prof. Heike Hanada (Berlin) sieht in einem minimalistischen Kubus fünf Ebenen vor, die in zweigeschossigen offenen Räumen ineinander übergehen. Besucher erreichen den künftigen Museumsrundgang von der Stadtseite her über ein großzügiges Foyer – oder vom angrenzenden Weimarhallenpark aus über eine große Terrasse im Untergeschoss.

24 horizontale LED-Linien, die mit durchsichtigen, fein strukturierten Glasscheiben abgedeckt sind, werden die monolithische Fassade des Baus strukturieren. Sie vermitteln den Eindruck von Leichtigkeit und verleihen dem Gebäude eine gleichmäßige, horizontale Rhythmisierung. Mit Einbruch der Dämmerung werden die Glasbänder zu leuchten beginnen.

Die Eingangshalle ist der Ausgangspunkt für alle entscheidenden Wege im Inneren des Museums. Der Besucher orientiert sich mit Hilfe der Kaskadentreppen in einem geschickt gesetzten Koordinatensystem. Durch horizontale und diagonale Blickbeziehungen in die angrenzenden Lufträume wird er auf die einzelnen Funktionsbereiche aufmerksam. Der Fußboden und die Wände, die die Halle umgeben, entsprechen in Materialität und Haptik dem äußeren steinernen Betonsockel des Museums.

Fakten

Bauherrin: Klassik Stiftung Weimar
Architektur: Prof. Heike Hanada, laboratory for art and architecture, Berlin
Funktion: Ausstellungsflächen und Räume für Vermittlungsarbeit, Besucherservice, Shop, Lounge und Café
Ausstellungsarchitektur: Holzer Kobler Architekturen, Zürich/Berlin
Ausstellungsfläche: ca. 2.000 m²
Gesamtkosten: 22,6 Mio. Euro
Bauzeitraum: 2015 bis Ende 2018
Eröffnung: 6. April 2019

Standort – Ein Quartier Weimarer Moderne

Das Bauhaus-Museum Weimar entsteht am Rand des Weimarhallenparks direkt gegenüber dem nationalsozialistischen „Gauforum“. Die städtebaulich und historisch sensible Lage des Neubaus bietet die einzigartige Möglichkeit, das Quartier zwischen Goetheplatz, Nordvorstadt und Bahnhofsviertel attraktiv zu entwickeln und ihm eine kulturelle Perspektive zu geben.

Drei Zeitschichten der Moderne in Weimar treffen am Standort des neuen Museums auf historisch einmalige Weise in einer Art Brennpunkt aufeinander: die Grün-, Kultur- und Sportachse westlich des Neubaus als „Kultur-Projekt“ der Weimarer Republik, das nationalsozialistische Staatsprojekt „Gauforum“, das zugleich das logistische Zentrum der europäischen Zwangsarbeit war, und die unübersehbare Antwort aus der DDR-Zeit auf dieses Gebiet, der „Langen Jakob“.

Gemeinsam mit dem Bauhaus-Museum entsteht perspektivisch ein lebendiges Museumsquartier, das den Bogen vom ausgehenden 19. Jahrhundert über die ambivalente Historie der Moderne bis zur Gegenwart spannt. Dieses „Quartier Weimarer Moderne“ mit dem Bauhaus-Museum  als Knotenpunkt wird historische Stätten und Erinnerungsorte der Moderne in ganz Weimar miteinander verbinden.

Wettbewerb

Zur Errichtung des Bauhaus-Museums Weimar führten die Klassik Stiftung und die Stadt Weimar 2011 einen weltweit offenen Architekturwettbewerb durch. Insgesamt 536 Architekturbüros reichten ihre Beiträge ein.

Dem international besetzten Preisgericht unter Vorsitz von Prof. Jörg Friedrich (Hamburg) gehörten siebzehn Preisrichter an, denen zwölf sachverständige Berater zur Seite standen. Die Wettbewerbsbetreuung erfolgte durch Schubert/Horst Architekten, Dresden.

Am 15. März 2012 vergab das Preisgericht jeweils einen zweiten Preis an Johann Bierkandt (Landau) und die Architekten HKR (Klaus Krauss und Rolf Kursawe, Köln). Die beiden dritten Preise gingen an Prof. Heike Hanada mit Prof. Benedict Tonon (Berlin) und Bube/Daniela Bergmann (Rotterdam).

Drei Anerkennungen vergab das Preisgericht für die Entwürfe von Karl Hufnagel Architekten (Berlin), hks Hestermann Rommel Architekten und Gesamtplaner GmbH (Erfurt) und menomenopiu architectures/Alessandro Balducci (Rom).

Im anschließenden VOF-Verfahren setze sich der Entwurf der Berliner Architektin Prof. Heike Hanada mit Prof. Benedict Tonon durch.

Bauhaus-Museum Weimar: Siegerentwurf von Prof. Heike Hanada mit Prof. Benedict Tonon
Bauhaus-Museum Weimar: Ansicht längs, Siegerentwurf von Prof. Heike Hanada mit Prof. Benedict Tonon

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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